Caroline FliednerCaroline Fliedner,
geb. Bertheau

26. Januar 1811 in Hamburg
15. April 1892 in Monsheim
Vorsteherin der Diakonissenanstalt Kaiserswerth

 

Caroline Bertheau wurde in eine alte, bürgerliche Hamburger Familie hineingeboren. Ihre Vorfahren waren Glaubensflüchtlinge aus Frankreich. Ähnlich wie ihr späterer Ehemann Theodor Fliedner wurde sie zunächst vom Rationalismus geprägt. Die Begegnung mit Amalie Sieveking, die die Erziehung Carolines übernahm, brachte dann eine Hinwendung zur Hamburger Erweckungsbewegung. Nach dem Tod des Vaters (1831), der die Familie in wirtschaftliche Nöte brachte, trat sie eine Stelle als Erzieherin auf einem Gut in Holstein an. 1840 übernahm sie dann – auf Vorschlag von Amalie Sieveking – die Stelle einer Oberaufseherin im Hamburger Krankenhaus St. Georg.

1843 heiratete sie Theodor Fliedner. Sie hatten sich kennen gelernt, als er im Auftrag des preußischen Königs eine Oberin für das neuzugründende Mutterhaus Bethanien in Berlin suchte. Aus der Ehe gingen in den folgenden Jahren acht Kinder hervor.

Caroline Fliedner amtierte insgesamt 40 Jahre in Kaiserswerth als Vorsteherin. Sie sorgte nach dem Tod Fliedners gemeinsam mit ihrem Schwiegersohn Julius Disselhoff für eine kontinuierliche, der Fliednerschen Tradition entsprechenden Entwicklung der Anstalt. In den Zeiten der Abwesenheit Fliedners war sie als Mitglied des Vorstandes seine Vertreterin. Ihr Einfluss auf die Entwicklung des Gesamtwerkes war groß.

Mit einer hohen Autorität und getragen von der Überzeugung der eigenen Heiligung und der Erfüllung des Willen Gottes, war sie die unangefochtene und strenge „Mutter“ der Diakonissen. Ihr Ziel war es, die Einheit der Anstalt zu bewahren.

Literatur:

Katrin Irle, Leben und Werk Caroline Fliedners geb. Bertheau, der zweiten Vorsteherin der Diakonissen-Anstalt Kaiserswerth, Diss. Phil. Siegen 2002.

Der Nachlass Caroline Fliedners befindet sich im Archiv der Fliedner-Kulturstiftung.

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