Ökonomisierung (in) der Pflege
30 Jahre Pflegeversicherung und nun?
Einladung zur 6. Fachtagung Pflegegeschichte am 3. November 2026, 10:30–16:30 Uhr
Verbands- und Berufspolitik in der Pflege
Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich unsere allgemeine Lebenserwartung fast verdoppelt. Damit stieg auch die Zahl der älteren Menschen stetig an. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der verbesserten Stadthygiene, der besseren Krankheitsprophylaxe über die umfassende medizinische Versorgung bis hin zum steigenden Lebensstandard. Das Alter als eigene Lebensphase dehnte sich immer mehr aus und wurde erstmals in der Geschichte der Menschheit zu einer kollektiven Erfahrung. Machte die Altersgruppe über 65 Jahren in der Mitte der 1920er Jahre nur etwa 5 Prozent der Bevölkerung aus, so wuchs sie bis 2024 auf 23 Prozent an.
Die Versorgung der steigenden Anzahl älterer Menschen stellte eine zunehmende gesellschaftliche Herausforderung dar, denn der letzte Lebensabschnitt ist oftmals von körperlichem und geistigem Abbau betroffen. Obwohl die Phase des aktiven Ruhestands immer länger wird, geht mit der steigenden Lebenserwartung letztlich auch eine Zunahme pflegebedürftiger alter Menschen einher. Diese Pflege konnte von den Familien häufig nicht mehr geleistet werden und verlagerte sich zunehmend auf die ambulante und stationäre Altenhilfe. Vor diesem Hintergrund entstand in den 1990er die Pflegeversicherung als fünfte Säule der sozialen Sicherung. Sie brachte ab 1995 zwar finanzielle Erleichterungen für die pflegebedürftigen älteren Menschen, da sie nun bei Mittellosigkeit nicht mehr ausschließlich auf Leistungen des Sozialhilfeträgers angewiesen waren. Gleichzeitig drängten immer mehr private Anbieter auf den Markt, eine Folge der zunehmenden und politisch gewollten Ökonomisierung der Sozialsysteme. Für die Pflegenden bedeutete dies steigender Zeitdruck, zunehmende Bürokratisierung und damit weniger Möglichkeiten für Zuwendung und persönliche Gespräche.
Dieser Entwicklung möchte die diesjährige Fachtagung nachgehen und gleichzeitig einen Blick auf ein mögliches Zukunftsszenario
werfen. Wir laden Sie herzlich nach Kaiserswerth ein, um dieses wichtige Thema mit uns zu diskutieren.
Im Anschluss an die Tagung findet wieder die Verleihung der Fliedner-Medaille für herausragende Innovationen in der Pflege statt.
Dr. Annett Büttner (FKS),
Prof. Dr. Norbert Friedrich (FKS) &
Prof.in Dr. Andrea Thiekötter (FFH)
Das Programm der Tagung finden Sie hier (PDF)
Der Tagungsbeitrag inkl. Imbiss:
35 Euro, Studierende 0 Euro, Imbiss 5 Euro
Veranstaltungsort:
Fliedner Fachhochschule Düsseldorf, Luise-Fliedner-Haus, Luise-Fliedner-Saal, Geschwister-Aufricht-Straße 3, 40489 Düsseldorf
Anmeldung:
Anmeldung bis zum 19.10.2026 an www.fliedner-fachhochschule.de/anmeldung-fachtag
Fliedner-Kulturstiftung Kaiserswerth
Zeppenheimer Weg 20
40489 Düsseldorf
Telefon +49 211 56673 780
Retter gesucht!
Ein Feuer hat viele Zeugnisse der Kaiserswerther Pflegegeschichte schwer beschädigt oder ganz zerstört.

