Theodor FliednerTheodor Fliedner

21. Januar 1800 Eppstein/Taunus
4. Oktober 1864 in Kaiserswerth

Pfarrer, Vorsteher der Diakonissenanstalt Kaiserswerth

Der Sohn eines Pfarrers studierte Theologie in Gießen und Göttingen. Nach einer Hauslehrerzeit in Köln und der Ordination wurde er im Januar 1822 Gemeindepfarrer in Kaiserswerth. Dieses Amt übte er bis 1849 aus.

Zur Finanzierung der armen Diasporagemeinde unternahm Fliedner 1823/24 ausführliche Kollektenreisen nach Holland und England. Die Begegnungen mit den Erweckungsbewegungen (Evangelikalismus und Réveil) in diesen Ländern prägten sein Bibelverständnis und seine Frömmigkeit nachhaltig. In dieser Zeit wandte er sich vom theologischen Rationalismus ab. Als Ergebnis dieser Reisen kann auch die maßgebliche Beteiligung an der 1826 erfolgten Gründung der „Rheinisch-Westfälischen Gefängnisgesellschaft“ betrachtet werden, die bis heute im „Evangelischen Gefangenen-Fürsorge-Verein Düsseldorf e.V.“ weiterlebt.

Gemeinsam mit seiner ersten Frau Friederike Fliedner (Heirat 1828) gründete er 1833 das weibliche Asyl für strafentlassene Frauen, 1836 erfolgte dann als entscheidender Schritt die Gründung der Diakonissenanstalt Kaiserswerth als Ausbildungsstätte für evangelische Pflegerinnen. Erste Vorsteherin wird seine erste Frau Friederike. Nach ihrem Tod (1842) übernahm seine zweite Frau Caroline (Heirat 1843) dieses Amt. Sie übte es bis 1883 aus.

Fliedner gilt, gemeinsam mit seinen beiden Frauen, als Gründer des neuzeitlichen evangelischen Diakonissenamtes. (Diakonisse, Diakon, Diakonat). 1856 hat er seine Idee in einem berühmten Gutachten zum „Diakonat“ ausführlich begründet.

Hier finden Sie das Gutachten Theodor Fliedners.

Die im Mutterhaus ausgebildeten Diakonissen arbeiteten in der Krankenpflege und in der Erziehung (Kleinkinderlehrerinnen, Volksschullehrerinnen, Lehrerinnen für höhere Schulen). Ihre Einsatzorte erstreckten sich weit über Deutschland hinaus (England, Amerika, Orient). Bei Fliedners Tod im Jahr 1864 gab es bereits 415 Diakonissen, den höchsten Stand erreichte die Anstalt 1936 mit fast 2000 Diakonissen.

Nach dem Kaiserswerther Vorbild, und von Fliedner unterstützt, entstanden weitere Mutterhäuser. Diese schlossen sich später in der Kaiserswerther Generalkonferenz (gegründet 1861) und dem Kaiserswerther Verband (gegründet 1916) zusammen.

Literatur:

Martin Gerhardt, Theodor Fliedner. Ein Lebensbild, 2 Bde, Kaiserswerth 1933/1937.
Norbert Friedrich, Theodor Fliedner - der Kaiserswerther, Hamburg 2010

Der Nachlass Theodor Fliedners befindet sich im Archiv der Fliedner-Kulturstiftung.

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